Systemische Therapie (Familienaufstellung)

Wenn  es in den Familien, in Unternehmen, Vereinen oder anderen Gemeinschaften zu Problemen, Spannungen, Erkrankungen oder vermeintlich  unlösbaren Konflikten kommt, sind wir oft ratlos, wie mit solchen Situationen umzugehen ist. Die systemische Therapie kann uns den möglichen Ursprung verschiedener Problematiken näher bringen. Diese Methode bietet eine Vielzahl lösungsorientierter Vorschläge, dabei haben alle einen gemeinsamen Nenner: sie helfen dabei, sich in seinem (menschlichen) Umfeld, zu orientieren. Sie helfen auch dabei, seinen eigenen sicheren Platz darin zu finden, ihn zu akzeptieren und schließlich seine Perspektive zu verändern, um manche Tatsachen besser verstehen zu können. 

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Was genau passiert bei der Familienaufstellung?

Der Therapeut erklärt am Anfang jeder Aufstellung die Aufgaben aller Beteiligten. Es gibt hier neben dem Klienten selbst sogenannten Stellvertreter, die die tatsächlichen Angehörigen des Klienten vertreten. Die Aufstellung kann auch als Einzelsitzung durchgeführt werden, dabei werden die Stellvertreter durch Figuren auf einem sogenannten Familienbrett oder durch verschiedene Gegenstände ersetzt.

Praktisch geschieht Folgendes: der Klient selbst positioniert erst seine ausgewählten Stellvertreter im Raum und überlässt dann die Leitung der Aufstellung dem Therapeuten; der Klient selbst bleibt in der Beobachterrolle.

Während sich die einzelnen Stellvertreter durch den Raum bewegen, ihren Impulsen, Gefühlen und Intuitionen nachgehen und die gesamte Gruppe (nach den Anweisungen des Therapeuten) über das Geschehen informieren, hat der Klient die Möglichkeit, mehr Klarheit über soziale oder familiäre Strukturen und unbewusste Prozesse zu erlangen.

Durch die entstehende Gruppendynamik werden neue Blickwinkel geöffnet und es kann zum Beispiel deutlich werden, wie und warum es überhaupt zu einem Konflikt oder einer Verstrickung kam oder wie es wäre, diese Situation aus einer völlig neuen Perspektive zu betrachten. Der Therapeut versucht dem Klienten schließlich das Ergebnis der Aufstellung als hypothetische Lösung bzw. Lösungsvorschlag für sein Anliegen anzubieten.

Es ist sehr wichtig, dass der Klient während und auch nach der Aufstellung, immer wieder die Möglichkeit hat, den Therapeuten zu konsultieren und von ihm betreut zu werden, auch mehrere Tage nach der Aufstellung.